ⓦ 474 🎬 Selbstportraits, die unter die Haut gehen: Wenn das Ich zum Motiv wird mit “kamera_maedchen” Ina
Manchmal reicht ein Bild, um mehr zu sagen als tausend Worte.
Und manchmal ist es genau dieses eine Bild, das wir eigentlich nie zeigen wollten.
⚡️ Kurz & Knapp
Ohne Kamera habe ich Gleichgewichtsstörung
Wenn Bilder das sagen, wofür Worte fehlen
Was passiert, wenn man komplett allein arbeitet
🧠 Deep Dive
Wenn Bilder entstehen, weil sie müssen
Wir merken schnell: Hier geht es nicht um Technik oder Trends. Ina fotografiert, weil etwas in ihr nach außen will. Serien wie „Abschied“ sind keine geplanten Projekte, sondern Reaktionen auf das Leben. Direkt, ungefiltert, manchmal schmerzhaft.
Allein sein als kreative Freiheit
Keine Crew, kein Model, kein Blick von außen. Nur sie, die Kamera und der Moment. Das schafft Kontrolle – aber auch eine radikale Ehrlichkeit. Fehler gehören dazu, genauso wie Flow-Momente, in denen plötzlich alles stimmt.
Zwischen Andeutung und Bedeutung
Ihre Bilder erklären nichts. Sie öffnen Räume. Augenbinden, leere Orte, fragmentierte Szenen – alles bleibt bewusst unklar. Und genau darin liegt die Stärke: Wir als Betrachter:innen müssen selbst fühlen.
Alle Fotos von Ina
Wenn Bilder das sagen, wofür Worte fehlen
Was passiert, wenn eine Kamera nicht nach außen blickt, sondern nach innen? Wenn Fotografie nicht dokumentiert, sondern verarbeitet? Genau dort beginnt die Arbeit von Ina, bekannt als „Kamera-maedchen“. Im Gespräch wird schnell klar: Ihre Bilder sind keine Inszenierungen im klassischen Sinne – sie sind gelebte Emotion. Aufgewachsen im Osten Deutschlands, geprägt von einer eigenen Fluchtgeschichte und einer fotografierenden Mutter, hat Ina früh gelernt, Bilder nicht nur zu machen, sondern zu verstehen. Die Dunkelkammer war ihr Spielplatz, die Kamera ihr Werkzeug. Heute – rund 20 Jahre später – ist daraus eine sehr eigene Form der Fotografie entstanden: radikal persönlich, intuitiv und kompromisslos unabhängig.
Fotografie als Verarbeitung – zwischen Schmerz und Klarheit
Ihre Serien wie „Abschied“, „Lost“ oder „Crime“ entstehen nicht aus Konzepten, sondern aus Momenten. Die Serie „Abschied“ etwa wird zum visuellen Ritual: Nach dem Ende einer langen Beziehung fotografiert sie sich an der Ostsee – mit Blumenkranz und Kleid, inspiriert von Midsommar. Stück für Stück legt sie im Bild die Beziehung ab. Was bleibt, ist Stille, Leere – und gleichzeitig ein Anfang.
In „Lost“, aufgenommen in einem ehemaligen Stasi-Gefängnis, verdichtet sich persönliche Geschichte mit kollektiver Erinnerung. Enge Räume treffen auf innere Stärke, Dunkelheit auf Licht. Diese Ambivalenz zieht sich durch ihr gesamtes Werk: Schmerz und Kontrolle, Verlust und Selbstermächtigung.
Ein zentrales Element dabei: Ina arbeitet komplett allein. Sie ist Fotografin, Model und Regisseurin zugleich. Kein externer Blick, keine Anleitung – nur sie selbst und das, was gerade da ist. Diese Unabhängigkeit ist kein Stilmittel, sondern Voraussetzung. Technik? Nebensache. Kamera, Stativ, Fernauslöser – mehr braucht es nicht. Entscheidend ist der Moment. Und der beginnt oft erst nach dem Auslösen: in der intensiven Nachbearbeitung, die für Ina genauso Teil des kreativen Prozesses ist.
Was bleibt, ist eine klare Haltung: Fotografie muss nichts erklären. Sie darf andeuten, offen bleiben, Fragen stellen.
👉 Und jetzt ehrlich: Würdest du dich trauen, dich selbst so ungefiltert sichtbar zu machen?
⏱️ Zeitstempel und Kapitel
00:00 Fluchtgeschichte, Abschiede und Schmerz
04:33 Serie „Abschied“: Schmerz sichtbar machen
13:56 Serie „Crime“ - Mystik und Erinnerungen
25:58 Serie „Lost“ im ehemaligen Stasi-Gefängnis
31:15 Technik bei Autoportraits: Kamera, Setup & Workflow
39:26 Die Hölle sind die anderen
41:53 Surrealismus und Bildästhetik
43:29 Der kreative Prozess der Bildbearbeitung
44:57 Langzeitbelichtung und Doppelbelichtung
47:48 Die Herausforderung der Selbstvermarktung
51:01 Gefährliche Situationen in Lost Places
53:42 Alles Selbstportraits: Persönliche Geschichten hinter den Bildern
58:10 Feedback und Spenden
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🇬🇧 Self-portraits that get under your skin: When the self becomes the subject
When Images Say What Words Cannot – Ina aka “Kamera_maedchen” on Photography as Self-Dialogue. What happens when a camera turns inward instead of outward? When photography becomes less about documenting and more about processing? That’s where Ina’s work begins.
Growing up in East Germany, shaped by a personal escape story and a photographer mother, Ina developed an early connection to imagery. The darkroom wasn’t just a place – it was a foundation. Today, after more than 20 years, her work has evolved into something deeply personal: intuitive, independent, and emotionally raw.
Her series – “Farewell,” “Lost,” “Crime” – are not conceptual projects in the traditional sense. They emerge from real moments. “Farewell,” created after a breakup, becomes a visual ritual of letting go. Inspired by Midsommar, she stages herself in nature, gradually shedding symbolic elements of the relationship.
In “Lost,” photographed inside a former Stasi prison, personal history merges with collective memory. Confinement meets inner strength. Darkness meets light. This tension defines her work.
Ina works entirely alone: photographer, model, director. No external input. Just presence. Just honesty.
Technique is minimal. The real process continues in post-production – where images evolve further.
Her images don’t explain. They invite.
👉 Would you dare to show yourself this honestly?
🏷️ Schlagworte
Fotografie, Selbstporträt, Kreativität, Emotion, Intuition, Bildsprache, Storytelling, Kunst, Verarbeitung, Melancholie, Perspektive, visuelle Sprache, Fine Art, Podcast, Inspiration, Autoportrait

