ⓦ 497 Film Swap mit Ann Teegen und Philipp Krüger: Wie aus Zufall “Urban Ambivalences” entstand
Was passiert, wenn zwei Fotograf:innen mit völlig unterschiedlichen Bildsprachen zweimal denselben Analogfilm belichten, ohne zu wissen, was die andere Person fotografiert hat? Genau aus dieser Frage entstand das Projekt „Urban Ambivalences“ von Ann Teegen und Philipp Krüger.
Im Gespräch erzählen die beiden von ihrer gemeinsamen Ausstellung in der Kieler Galerie Szene.36 und von einem fotografischen Experiment, das sie selbst überrascht hat. Grundlage war ein sogenannter Film Swap. Dabei wird der gleiche Analogfilm zunächst von einer Person vollständig fotografiert, anschließend zurückgespult und von einer zweiten Person erneut belichtet. Das Ergebnis sind echte Doppelbelichtungen, bei denen sich Motive, Formen und Stimmungen auf unvorhersehbare Weise überlagern.
Besonders spannend ist dabei die Kombination ihrer völlig unterschiedlichen fotografischen Ansätze. Während Ann vor allem atmosphärische Portraits, Blumen und poetische Motive fotografiert, bewegt sich Philipp stärker im Bereich Street Photography, Architektur, Strukturen und urbaner Räume. Geplant war lediglich ein grober Rahmen. Welche Bilder am Ende tatsächlich aufeinander treffen würden, wusste niemand.
Zwischen Kontrolle und Überraschung
Genau dieser Kontrollverlust wird im Gespräch immer wieder als eigentliche Stärke des Projekts beschrieben. Statt jedes Detail zu planen, ließen beide dem Zufall Raum. Die Spannung begann bereits beim Warten auf die entwickelten Filme und setzte sich beim Sichten, Auswählen und später beim Kuratieren der Ausstellung fort.
Die beiden berichten offen von den Herausforderungen des Projekts. Von der sorgfältigen Ausrichtung des Films über den DIY Ausstellungsaufbau bis hin zu den Entscheidungen für Bildausschnitte und Präsentation wurde vieles in Eigenregie umgesetzt. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig kreative Gemeinschaften, lokale Räume und gegenseitige Unterstützung für solche Projekte sind.
Darüber hinaus sprechen Ann und Philipp über ihre persönliche Sicht auf Fotografie. Themen wie Analogfotografie, Street Photography, Drucke, Ausstellungen und die zunehmende Schnelllebigkeit sozialer Medien ziehen sich durch das Gespräch. Besonders Philipp plädiert dafür, wieder mehr Wert auf haptische Erfahrungen zu legen und Fotografie nicht nur im endlosen Social Media Feed zu denken.
Entstanden ist eine Folge über Experimentierfreude, Vertrauen in den kreativen Prozess und die Freude daran, sich überraschen zu lassen. Sie macht Lust darauf, Fotografie spielerisch neu zu entdecken und eigene Projekte einfach auszuprobieren.
Welche Rolle spielt Zufall in deiner Kreativität? Brauchst du Kontrolle oder entstehen die spannendsten Ideen vielleicht genau dann, wenn du sie loslässt?
Schreib deine Gedanken gern in die Kommentare.
⏱️ Zeitstempel und Kapitel
00:00 Entstehung von Urban Ambivalences
04:29 Was ist ein Film Swap?
13:04 Analoge und digitale Doppelbelichtung
16:52 Die Bilder und die Ausstellung in Szene.36
23:31 Entwicklung und Labore
25:24 Warum die Ausstellung in Szene 36 entstand
36:21 Vorbilder und Inspirationen
42:15 Motive, Farben und urbane Geschichten
45:03 Das 24HourProject
50:17 Das Street Collective Kiel
53:24 Zukunftspläne und neue Projekte
55:01 Das geplante Berlin Zine
57:04 Warum Prints und Ausstellungen wichtiger werden
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🇬🇧 Film Swap: When Chance Became Urban Ambivalences
In this episode, Ann Teegen and Philipp Krüger talk about their collaborative exhibition “Urban Ambivalences” and the fascinating technique of film swapping. For the project, both photographers exposed the same roll of analogue film without knowing what images the other person had taken.
The result is a series of surprising double exposures where portraits, flowers, architecture and urban elements merge into unique visual compositions. The conversation explores analogue photography, creative experimentation and the value of embracing uncertainty.
They also discuss the exhibition process, building the show themselves, their individual photographic styles and the growing importance of tangible photographic experiences in a highly digital world.
An inspiring episode about curiosity, collaboration and the creative possibilities that appear when artists are willing to give up control.
What creative experiment would you try if you couldn't know the outcome in advance?
🏷️ Schlagworte
Analoge Fotografie, Street Photography, Kreativität, Inspiration, Ausstellung, Fotokunst, Fine Art Photography, Künstlergespräch, Zine, Community, Visual Storytelling, Analog Photography, Experiment, Bildsprache, Wahrnehmung, Prints, Ausstellungskonzept, Kreativprozess, Fotografie Podcast, DIY Ausstellung, Kunstszene, Creative Process

