ⓦ 485 Die stille Beobachterin – Bettina Fischer sieht, was andere übersehen
Bettina arbeitet bewusst minimalistisch: „Wenn es zu viel wird, wird es beliebig.“
Zwischen Licht, Stille und Intuition
Im Gespräch mit der Wiener Fotografin Bettina Fischer entfaltet sich ein leises, aber kraftvolles Porträt einer Künstlerin, die ihre Umgebung mit einer seltenen Mischung aus Aufmerksamkeit, Intuition und Gelassenheit betrachtet. Schon früh probierte Bettina verschiedene kreative Ausdrucksformen aus – Malerei, Grafik, unterschiedliche Medien. Doch die Fotografie blieb. Sie beschreibt sie als das Medium, das „für mich am besten funktioniert hat als Ausdrucksmittel“.
Bettina arbeitet nicht laut, nicht spektakulär, sondern beobachtend. Ihr Satz „Ich bin ein stiller, aufmerksamer Beobachter“ ist kein Marketing, sondern Haltung. Sie sammelt Momente, die andere übersehen: Schatten auf dem Supermarktboden, Fassaden, die ihre Geschichte verloren haben, kleine Details, die im Alltag untergehen. Für sie beginnt alles mit dem Schauen – nicht mit dem Konzept. Das Konzept entsteht später, aus dem Tun heraus.
Serien, die aus dem Alltag wachsen
Besonders eindrücklich ist ihre Serie „Wiener Licht“, die aus einem einzigen Bild entstand – einer vertrauten Ecke, die im richtigen Licht plötzlich neu erschien. Ähnlich entstand „Out of Time“, eine Sammlung geschlossener Geschäftsfassaden, reduziert auf Form, Farbe und grafische Elemente. Bettina arbeitet bewusst minimalistisch: „Wenn es zu viel wird, wird es beliebig.“
Auch ihre Liebe zur analogen Fotografie zieht sich durch das Gespräch. Sie experimentiert mit Filmen, liebt Überraschungen, akzeptiert Fehler. Analoge Fotografie zwingt zur Entschleunigung – etwas, das perfekt zu ihrer Art zu sehen passt.
Spannend ist auch ihr Blick auf Präsentation und Ausstellungen: Sie denkt nicht nur in Bildern, sondern in Räumen. Fußmatten mit Motiven, tief oder hoch gehängte Bilder – sie spielt mit Wahrnehmung und Interaktion.
Am Ende bleibt der Eindruck einer Künstlerin, die nicht laut sein muss, um Wirkung zu erzeugen. Die mit offenen Augen durch ihr „Grätzl“ geht und zeigt, dass Kunst nicht in der Ferne entsteht, sondern direkt vor der Haustür.
Was entgeht dir im Alltag, weil du zu schnell vorbeigehst?
⏱️ Zeitstempel und Kapitel
00:00 „Servas“ aus Wien - Selbstbeschreibung als „stiller, aufmerksamer Beobachter“
07:52 Die leisen Momente - Beobachtungen im Alltag
13:22 Entstehung von „Wiener Licht“ - Reduktion auf das Wesentliche
19:45 Analog oder digital?
22:00 Experimente mit 35mm Filmen
25:59 Kameraloses Fotografieren – Inspiration
28:59 Nikon F3 und FG und andere Kameras
32:28 Serie „Out of Time"
41:08 Serie „Form(los)“ - Farben, Formen, Strukturen
49:50 Social Media – ambivalente Beziehung
51:29 Entwicklung des eigenen Stils - Alltag mit Kamera
55:02 Wunsch nach einer Einzelausstellung
57:23 Kreative Raumgestaltung: Interaktion mit Fußmatte und Bewegende Menschen
01:01:40 Frühere Ausstellungen - Martin Parr im Kunst Haus Wien
01:05:32 Ankündigung: Bonn Booklet
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🇬🇧 The Quiet Observer – Bettina Fischer sees what others overlook
Vienna-based photographer Bettina Fischer shares how she found her way into photography and why she calls herself a “silent, attentive observer.” Her work grows intuitively from small, overlooked moments—light, shadows, textures, quiet corners. Series like “Wiener Licht” and “Out of Time” evolve naturally from single images, without pressure or strict planning.
Bettina loves analog photography for its surprises and imperfections. She works minimally, selecting only a few strong images rather than many. Presentation matters to her too—she enjoys experimenting with space, hanging heights and playful elements like printed doormats.
Her approach invites us to slow down and rediscover the beauty in everyday surroundings.
Which quiet details would you like to notice more often?
🏷️ Schlagworte
Fotografie, analoge Fotografie, digitale Fotografie, Wien, kreative Herangehensweisen, Stadtbilder, Stillleben, Licht, Stadtfotografie, Kunst Fotografie, Kunst, kreative Prozesse, analoge Fotografie, visuelle Kunst, Ausstellung, Projektentwicklung, kreative Inspirationen

